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topaktuelle Berichterstattung

Von Generalisten, Künstlern und dem Ruf nach einem „Archimeister"

20. Oktober 2009
Innsbruck
Trennendes, aber auch Verbindendes stellten Baumeister und Architekten bei einer amüsanten Podiumsdiskussion im Rahmen des Planertages fest.

Es gibt zweifellos ein paar Voreingenommenheiten, die die beiden Berufsgruppen über die jeweils andere im Kopf haben: Architekten verstehen sich selbst als Künstler und sehen ein wenig auf die Baumeister herab; Baumeister wiederum sind Generalisten und finden Architekten in der Zusammenarbeit schwierig. Beim Planertag 2009 der Wirtschaftskammer Tirol hatten Vertreter beider Sparten einmal Gelegenheit, mit diesen Vorurteilen aufzuräumen.

Perfekte Kalkulation oder kreatives Design

Es zeigte sich, dass sie einander aber durchaus auch wertschätzen: „Ein Architekt ist kreativer. Bei mir beginnt sofort das Zahlenwerk im Kopf zu rotieren, noch bevor ich eine Form für das zu planende Haus im Kopf hätte", beschreibt Baumeister Anton Gasteiger die unterschiedlichen Arbeitsweisen. Die Architekten wiederum bewundern die Umsetzungsstärke der Baumeister, die es mit Kosten- und Zeitplänen oft genauer nehmen.

Die Branche bietet genug Platz für alle

Sicher befinden sich Baumeister und Architekten in einer Konkurrenzsituation, gerade weil Baumeister zunehmend auch über eine akademische Ausbildung verfügen. Architekt Philipp Stoll fühlt sich davon allerdings nicht bedroht: „Da ist für alle Platz. Ich will nicht in allen Revieren jagen, das klassische Häuslbauen interessiert mich zum Beispiel nicht." – "Wir machen das sehr gerne", entgegnet Anton Rieder, Bau-Innungsmeister und Initiator des Planertages.

Stadtdesign und Funktionalität im Blick

Klaus Lugger, kaufmännischer Geschäftsführer der Neuen Heimat Tirol, würde sich einen „Archimeister" im Sinne einer Kombination der beiden Professionen wünschen: „Der weiß, dass ein Haus auch ein Vordach braucht, liefert aber in Sachen Design mehr als das, was wir schon in den letzten 40 Jahren hatten." Damit auch sie ihre Kreativität zeigen können, wünschen sich die Baumeister, dass sie in Zukunft vermehrt zu Planungswettbewerben eingeladen werden.

Gemeinsam gegen Dumping-Bieter

Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer schließlich, dass der krisenbedingt erhöhte Wettbewerb zu einem gefährlichen Preisverfall führen könnte. „Durch die überhöhten Nachlässe von Planerseite müssen natürlich auch Leistungen nachlassen", warnt Architekt Stoll vor Zuschlägen an Dumping-Anbieter. Baumeister Rieder rät zur Spezialisierung: „Ich kann nur jedem empfehlen, dass er seine Nische findet und seine Stärken dort ausbaut. Dann wird sich auch das Verhältnis zwischen Baumeistern und Architekten in Zukunft sicher entkrampfen."

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Planertag Foto 1

Keine todernste Diskussion: BM Gasteiger, BM Rieder, Moderator Tschoner, Dr. Lugger und Architekt Stoll (v.l.n.r.) hatten durchaus ihren Spaß auf dem Podium. (Bildnachweis: ofp.kommunikation, Foto honorarfrei)

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Planertag Foto 2

Versöhnliche Gesten zwischen Baumeistern und Architekten (Bildnachweis: ofp.kommunikation, Foto: honorarfrei)

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Planertag 3

Das Gemeinsame hat über das Trennende gesiegt: Baumeister und Architekten zeigen sich am Ende der kurzweiligen Diskussion zufrieden.(Bildnachweis: ofp.kommunikation, Foto: honorarfrei)

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