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topaktuelle Berichterstattung

Erfolgreiche Premiere der Passionsspiele Thiersee

29. Mai 2011
Thiersee/Tirol
Nach sechs Jahren Spielpause und über 50 Probeeinheiten der über 250 Darsteller und Musiker feierten die Passionsspiele Thiersee heute ihre Premiere. Die Leidenschaft der Mitwirkenden und die Reaktionen des Publikums zeigen: Die Geschichte vom Leben und Leiden Jesu Christi fasziniert auch noch nach über 2.000 Jahren.

„Passionsspiele sind in erster Linie immer Orte der Suche, der Suche nach einer Antwort auf die Frage nach dem Sinn unseres Lebens. Wir erleben das Geheimnis einer Erlösung mit. Die Geschichte Jesu fasziniert die Menschen immer wieder, weil sie eben spüren, dass es hier um ihr eigenes Schicksal, ihr Leben geht,“ umreißt Regisseur Diethmar Straßer die Beweggründe tausender Menschen, die alle sechs Jahre stattfindenden Passionsspiele Thiersee zu besuchen.

 

Leidenschaftliche Darbietung

 

Zudem spürt man die Leidenschaft, mit der die Laiendarsteller und –darstellerinnen das Passionsspiel darbieten, regelrecht auf die Zuschauer übergreifen. Seit über 200 Jahren opfern die Thierseer ganze Sommer lang ihre gesamte Freizeit dem Passionsspiel und folgen damit einem Gelöbnis aus 1799, das sie vor drohender Kriegsnot bewahren sollte. Die viel besagte „Gelebte Tradition“ wird im Thierseetal in den Passionsspieljahren nahezu plastisch greifbar. Am Eröffnungstag ist etwa schon ab dem frühen Morgen das ganze Dorf auf den Beinen und folgt dem feierlichen Einzug der Gemeinde.

 

Überzeugender Judas

 

Wenngleich die Passionsgeschichte den Zuschauern bestens bekannt ist, bietet die Inszenierung der Spiele doch eine Vielzahl an ewig aktuellen Bezügen und neue Anreize zum Nachdenken. So drängt sich etwa mit der für die Passionsspiele 2011 überarbeiteten Rolle des Judas die Frage auf, inwiefern dessen Stigmatisierung als Verräter überdacht und sein Handeln neu interpretiert werden kann. Judas, erstmalig dargestellt von Klaus Mairhofer, kann aus heutiger Sicht auch als politischer Mensch betrachtet werden, der mit seinem Handeln eine Revolution auslösen wollte.

 

Widerspiel von Gut und Böse

 

Auch Satan, sehr überzeugend von Josef Fuchs dargestellt, regt die Zuschauer zum Nachdenken an: Den Versuchungen und Zweifeln, mit denen er Jesus herausfordert, müssen auch wir uns stellen. Das sanfte Wesen des Premieren-Jesus Martin Sieberer und die Ausdrucksstärke seines Gegenspielers spiegeln das Gute und das Böse, das auch in jedem von uns wohnt, wider. Wie schon 2005 gibt es auch bei den Thierseer Passionsspielen 2011 zwei Jesus-Darsteller: Martin Sieberer spielte den Heiland bei der Premiere, bei den weiteren 29 Aufführungen bis Anfang Oktober wechselt er sich mit Josef Graßhoff, der die bereits gut besuchte Vorpremiere spielte, ab.

 

Glauben ohne zu sehen

 

Die über allem stehende Botschaft der diesjährigen Passion wird mit dem Schlussbild klar: „Wir bringen den auferstandenen Jesus nicht mehr auf die Bühne. Das Publikum soll mit dem Bewusstsein, dass Glauben ohne zu sehen möglich ist, aus dem Passionsspiel hinausgehen“, erläutert Regisseur Diethmar Straßer. Beim Premierenpublikum ist dies auf jeden Fall angekommen.

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Die Pietà

Jesus (Martin Sieberer) in den Armen seiner Mutter Maria (Maria Mairhofer)

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Das letzte Abendmal

„Nehmet und esset davon“ – Jesus teilt das Brot beim letzten Abendmahl.

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Auswahl der Apostel

Jesus wählt aus dem Volk seine zwölf Jünger aus.

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Geißelung

Satan (Josef Fuchs) verhöhnt den mit Dornen gekrönten Jesus (Martin Sieberer).

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Judas und Petrus

Die Darsteller des Judas (l., Klaus Mairhofer) und des Petrus (Anton Pirchmoser) legen viel Emotion ins Spiel.

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Kreuzigung

Jesus (Martin Sieberer) stirbt für sein Volk am Kreuz.

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Pietà

Der Leichnam Jesu in Marias Armen - für viele Passionsspiel-Besucher eine der berührendsten Szenen.

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Vater unser

Das gemeinsame Gebet am Ende der Bergpredigt zeugt auch vom Zusammenhalt der Thierseer Passionsspielgemeinde.

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